Die Fahrzeuge der Nachkriegsjahre stehen nun vor der raumumspannenden
Membran mit Niedermayrs Fotoinstallation. Es handelt sich um eine elfteilige
Bildserie, die eine Perspektive auf die A6 zwischen der ligurischen
Küste und Turin zeigt. Sie steht stellvertretend für die gewaltigen
Verkehrsbauten, die ab den 1950er Jahren erbaut wurden und die Länder
Europas vernetzen.
Das
Besondere dieser Strecke sind die beiden Trassenführungen, die
im Abstand von 20 Jahren errichtet wurden und meist auch getrennt von
einander verlaufen. In solcher Thematisierung der Aufbruchs- und
Wunderjahre im Nachkriegseuropa und in der realen Konfrontation
mit den Automobilen jener Zeit im Ausstellungsraum entwickelt die Arbeit
eine hintergründige Ortsspezifizität.
Der
Titel Artefakt verknüpft den kunsthistorischer Begriff
des Kunsterzeugnisses mit der unwiderruflichen Einsicht,
dass heute auch die Natur zu einem von Menschen bearbeiteten Objekt
geworden ist.