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Neues Mercedes-Benz Museum, Stuttgart Untertürkheim

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Max Bill
(1908 Winterthur, CH - 1994 Berlin, D)

combillation aus 30 gleichen elementen in sechs gruppen, 1986
Polyester mit Glasfaser verstärkt, 3,25 x 8,37 x 0,21 m

doppelfläche mit sechs rechtwinkligen ecken, 1948-78
Granit, 165 x 163 x 120 cm

Kleines Atrium, Mercedes-Benz Museum
Daimler Kunst Sammlung

 
   

   
   

Max Bill gehört zusammen mit Camille Graeser, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse zur Gruppe der Züricher Konkreten, die vor allem während der 1940er Jahre in der Schweiz eine konstruktive Richtung der Konkreten Kunst weiterentwickelten. Seine künstlerische Ausbildung hatte Bill am Bauhaus unter Schlemmer, Kandinsky und Klee erhalten.
Die mathematisch exakte Arbeit mit geometrischen Ordnungselementen kann als ein Grundzug des gesamten Werkes von Max Bill angesprochen werden.
Zwei Prinzipien seiner Kunst sind: Die Rhythmisierung einer geschlossenen Fläche oder Form und die Dynamisierung des statischen Zustands der Ruhe.

   
   

   
   

Innerhalb des Werkes geht das Thema der combillation auf die Skulptur "konstruktion aus 30 gleichen elementen" von 1938/39 zurück und ist von Bill vielfach variiert worden. Die combillation mit dem als Schattenbild sich entwickelnden Mercedes-Stern im Zentrum entstand im Auftrag des Unternehmens für das ehemaligen Mercedes-Benz Museum auf dem Werksgelände Untertürkheim. Im Zentrum des neuen Museums antwortet die schwebende Staffelung und Verschränkung der Elemente den Schwingungen der Architektur.

Gleichzeitig kann man die locker zu Gruppen verknüpften Elemente als einen abstrakten Text oder Klang erfahren, welcher wie ein Echo auf die offene Konstellation der Begriffe im Wortfeld Franz Erhard Walthers erscheint.

   
   

doppelfläche mit sechs rechtwinkligen ecken, 1948-78
Granit, 165 x 163 x 120 cm


Max Bill - Architekt, Designer, Maler, Plastiker, Publizist und Dozent - definierte: "konkrete kunst ist in ihrer letzten konsequenz der reine ausdruck von harmonischem maß und gesetz". Er forderte für künstlerische Gestaltungen eine mathematische Denkweise, um die Resultate kontrollierbar zu halten. Die mathematische Entdeckung des Möbius-Bandes, dessen Ober- und Unterseite endlos in sich selbst verbunden sind, hat Max Bill über Jahrzehnte als Bildhauer interessiert.

Bills Auseinandersetzung mit der ›Endlosen Säule‹ Constantin Brancusis (1918/38) führte bereits 1935 zur plastischen Idee einer ›Endlosen Schleife‹. Bill gelingt hier mit Eleganz und Leichtigkeit die Formalisierung einer mathematischen Idee, welche die Schwere des weißen Granits vergessen macht. So hat Bill dem Thema der Unendlichkeit eine Form gegeben, die dennoch begrenzt ist.

   
   

"Kunst braucht Gefühl und Denken (…) Das Denken ermöglicht es, Gefühlswerte in einer Weise zu ordnen, dass daraus Kunstwerke entstehen. Das Ur-Element jedes Bildwerks ist die Geo-Metrie, die Beziehung der Lagen auf der Fläche oder im Raum. Und so, wie die Mathematik eines der wesentlichen Mittel zu primärem Denken und damit zum Erkennen der Umwelt ist, so ist sie auch in den Grundelementen eine Wissenschaft der Verhältnisse, der Verhaltens von Ding zu Ding, von Gruppe zu Gruppe, von Bewegung zu Bewegung, und weil sie diese grundlegenden Dinge in sich schließt und sie sinnvoll in Beziehung setzt, ist es naheliegend, dass solche Ereignisse auch dargestellt, dass sie Bild werden." (M.B. 1949, zit. n. Kat. M.B., Locarno 1991, S. 104.)

 

   
   

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