Nam
June Paiks Neonlinien bilden in Spielhallen-Manier Herz- und Rauten-Formen
- als spielerisch-dekorative Antwort auf die Strenge von Morellets
Neon-Linien am gleichen Ort. Auf den Video-Monitoren wird der
Besucher in schnell wechselnder Folge mit dem sowohl verwirrenden
als auch faszinierenden Bilderkosmos unserer Welt konfrontiert.
Nam
June Paik (1932 Korea - 2004 New York) studierte in Japan und Deutschland,
er setzte ab 1963 als Erster konsequent Fernsehen als künstlerisch
nutzbares Medium ein und wurde damit zum viel zitierten "Vater
der Medienkunst". Seit 1964 lebt er überwiegend in New York,
in Düsseldorf hatte er von 1979-1995 eine Professur - die erste
für Videokunst überhaupt an einer Kunstakademie. Seine von
der Musik inspirierte, die Fluxus-Bewegung der 1960er Jahre entscheidend
mitprägende Videokunst wurde seit jener epochalen Ausstellung
in Wuppertal mit dem Titel "Exposition of Music - Electronic
Television" international vielfach vorgestellt.
Für
den Eingangsbereich des Gebäudes von DaimlerChrysler Services
am Potsdamer Platz in Berlin - sichtbar auch von außen durch
die Glasfassade an der Eichhornstraße - hat Paik die Neon- und
Videoskulptur Nam Sat entworfen. Paik hat sich der Auftragssituation
sinnvoll angepasst, um eines der wenigen, permanent sichtbaren "in
situ"-Werke in Deutschland zu realisieren: Sparsame geometrische
Neonstrukturen überziehen die Innenwände. Dünne, sich
vervielfältigende Neonlinien formieren sich zu abstrakten Formen
und konkreten Zeichen wie Herzen und bilden zum einen eine eigenständige
Lichtskulptur, zum anderen umspielen sie Reihen von Monitoren, die
sich um eine der großen tragenden Säulen des Gebäudes
in mehrfachen Kreisringen herum gruppieren. Die Bildschirme zeigen
Video-Kompositionen Paiks und rhythmisierte Abfolgen abstrakt-ornamentaler
Bilder.