Mit
Jeff Koons trat um 1980 eine Künstlergeneration auf, die strategisch
und bedenkenlos an die zwei Jahrzehnte zuvor von
der Pop Art propagierte Feier des Profanen und der massenmedialen
Produktion anknüpfte. Sie überbot ihre Vorläufer noch durch eine
zynische Mischung aus Kitsch und Ästhetik, Verführungsstrategien
und Überrumpelungstaktiken, durch eine
aggressive und kompromisslose Ausbeutung der Sprache des Pop und
ihrer Vermarktung.
kalkulierte
Verführung
Für
die frühen wie die aktuellen Arbeiten des Künstlers gilt, das es
im eigentlichen Sinne obszöne, pornografische
Artefakte sind, die mit kalter strategischer Raffinesse die
reine Schaulust des Betrachters ansprechen - eine Taktik
kalkulierter Verführung, die Koons nicht erfindet, sondern in unserer
auf Glückserlebnis und Konsum abonnierten Gegenwart vorfindet.
Koons,
der Ende der 70er Jahre für das Museum of
Modern Art als Werbemanager gearbeitet und anschließend als
"Commodity Broker" an der Wall Street
sein finanzielles Geschick perfektioniert hat, weiß wie kaum ein
anderer Künstler seine sterile, auratisierte Objektwelt den Gesetzen
des Kunstmarkts anzupassen. Die Stilisierung
des Jungfräulichen, "Unsterblichen" (Koons), Makellosen und
Unverbrauchten ist charakteristisch für seine Objekte, Skulpturen
und Bilder.