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Jeff Koons
Balloon Flower
1997
Rostfreier Edelstahl, 289 x 335 x 274 cm
© Jeff Koons

Die Motive aus der Serie großformatiger Skulpturen und Malereien mit dem Titel "Celebration" scheinen wie auch "Balloon Flowers" aus Kinder- oder Märchenbüchern oder auch aus einem Katalog über Geschenkartikel entnommen zu sein. Sie sind vertraut, zumindest ist nichts völlig fremd. Doch gleichgültig wie spontan und amüsant das Wiedererkennungserlebnis ist, ob der Gegenstand aus der Ding- oder aus der Phantasiewelt stammt, so hat man ihn noch nicht gesehen. Er begegnet uns vielmehr im Bild als Bild und im Raum als Skulptur.

Es sind sieben Elemente, aus der Balloon Flower besteht; sechs unterschiedlich große blüten- oder ballonähnliche Formen und ein Stab, in dem man einen Blütenstil sehen kann. Sie erstrahlen allesamt im Glanz eines triumphierenden Blaus um in der Reflektion, sich selbst und das umgebende Umfeld wiederzusehen.

Das ist der große Reiz der Balloon Flower, die Blicke auf sich zu ziehen, und zu reflektieren. Balloon Flower war von Anfang an für den öffentlichen Raum gedacht. Die Öffentlichkeit ist als Medium zum Teil der Arbeit Jeff Koons geworden.


Hintergrund

Um 1980 trat eine Künstlergeneration auf, die strategisch und bedenkenlos an die zwei Jahrzehnte zuvor durch die Pop Art propagierte Feier des Profanen und der massenmedialen Produktion anknüpfte. Diese Generation, zu der neben Koons etwa Richard Prince, Sherrie Levine, Louise Lawler, oder Haim Steinbach gehörten, überbot ihre Vorläufer noch durch eine zynische Mischung aus Kitsch und Ästhetik, Verführungsstrategien und Überrumpelungstaktiken, durch eine aggressive und kompromißlose Ausbeutung der Sprache von Pop und ihrer Vermarktung.

Jeff Koons verblüffte die Kunstwelt, als er in seiner ersten Einzelausstellung 1980 im New Yorker New Museum of Contemporary Art mit drei geschlossenen Werkgruppen auftrat, die wie das Produktsortiment einer neu gegründeten Handelskette erschienen: "Inflatables" ('Aufblasobjekte"), "The Pre-New" und "The New".

Die erste Gruppe besteht aus Blumen und Spielzeug aus aufblasbarem Gummi, auf Spiegelsockeln plaziert, die die aufgeblasene Leere der Objekte endlos vervielfachen. In "The Pre-New" präsentiert Koons Alltagsobjekte, aufmontiert auf Plastikleuchtröhren. Mit nagelneuen Reinigungsgeräten in sterilen Leuchtvitrinen in der Werkgruppe "The New" knüpft Koons an die Ready-Mades Marcel Duchamps vom Jahrhundertbeginn an. "Ich glaube", so beschreibt Koons, "gerade heute kann das Banale unsere Rettung sein. Banalität ist eines der wichtigsten, uns zur Verfügung stehenden Mittel. Sie ist eine große Verführerin, denn sie wirkt unterschwellig auf die Gefühle. Das ist ja das Entwürdigende - weil man nicht davon bedroht wird."


Lebensdaten

  • Geboren 1955 in York (Pennsylvania).
  • Lebt in New York - "School of the Art Institute of Chicago".
  • 1986 Ausstellung in Sonn'abend-Galerie in New York.
  • 1990 eine Skulptur der Serie "Made in Heaven" auf der Biennale in Venedig.
  • 1992 "Puppy" -12 m hohe Skulptur vor dem Barockschloß in Aroldsen

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