Die
Motive aus der Serie großformatiger Skulpturen und Malereien
mit dem Titel "Celebration" scheinen wie auch "Balloon
Flowers" aus Kinder- oder Märchenbüchern oder auch
aus einem Katalog über Geschenkartikel entnommen zu sein. Sie
sind vertraut, zumindest ist nichts völlig fremd. Doch gleichgültig
wie spontan und amüsant das Wiedererkennungserlebnis ist, ob
der Gegenstand aus der Ding- oder aus der Phantasiewelt stammt, so
hat man ihn noch nicht gesehen. Er begegnet uns vielmehr im Bild als
Bild und im Raum als Skulptur.
Es
sind sieben Elemente, aus der Balloon Flower besteht; sechs unterschiedlich
große blüten- oder ballonähnliche Formen und ein Stab,
in dem man einen Blütenstil sehen kann. Sie erstrahlen allesamt
im Glanz eines triumphierenden Blaus um in der Reflektion, sich selbst
und das umgebende Umfeld wiederzusehen.
Das
ist der große Reiz der Balloon Flower, die Blicke auf sich zu
ziehen, und zu reflektieren. Balloon Flower war von Anfang an für
den öffentlichen Raum gedacht. Die Öffentlichkeit ist als
Medium zum Teil der Arbeit Jeff Koons geworden.
Hintergrund
Um 1980 trat eine Künstlergeneration auf, die strategisch und
bedenkenlos an die zwei Jahrzehnte zuvor durch die Pop Art propagierte
Feier des Profanen und der massenmedialen Produktion anknüpfte.
Diese Generation, zu der neben Koons etwa Richard Prince, Sherrie
Levine, Louise Lawler, oder Haim Steinbach gehörten, überbot
ihre Vorläufer noch durch eine zynische Mischung aus Kitsch und
Ästhetik, Verführungsstrategien und Überrumpelungstaktiken,
durch eine aggressive und kompromißlose Ausbeutung der Sprache
von Pop und ihrer Vermarktung.
Jeff Koons verblüffte die Kunstwelt, als er in seiner ersten
Einzelausstellung 1980 im New Yorker New Museum of Contemporary Art
mit drei geschlossenen Werkgruppen auftrat, die wie das Produktsortiment
einer neu gegründeten Handelskette erschienen: "Inflatables"
('Aufblasobjekte"), "The Pre-New" und "The New".
Die
erste Gruppe besteht aus Blumen und Spielzeug aus aufblasbarem Gummi,
auf Spiegelsockeln plaziert, die die aufgeblasene Leere der Objekte
endlos vervielfachen. In "The Pre-New" präsentiert
Koons Alltagsobjekte, aufmontiert auf Plastikleuchtröhren. Mit
nagelneuen Reinigungsgeräten in sterilen Leuchtvitrinen in der
Werkgruppe "The New" knüpft Koons an die Ready-Mades
Marcel Duchamps vom Jahrhundertbeginn an. "Ich glaube",
so beschreibt Koons, "gerade heute kann das Banale unsere Rettung
sein. Banalität ist eines der wichtigsten, uns zur Verfügung
stehenden Mittel. Sie ist eine große Verführerin, denn
sie wirkt unterschwellig auf die Gefühle. Das ist ja das Entwürdigende
- weil man nicht davon bedroht wird."
Lebensdaten
Geboren
1955 in York (Pennsylvania).
Lebt
in New York - "School of the Art Institute of Chicago".
1986 Ausstellung in Sonn'abend-Galerie in New York.
1990 eine Skulptur der Serie "Made in Heaven" auf der
Biennale in Venedig.
1992 "Puppy" -12 m hohe Skulptur vor dem Barockschloß
in Aroldsen