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Walter de Maria
5 Kontinente Skulptur
1989
Marmor, Quarz, Magnesit, Glas, Stahl; 5 x 5 x 5 m
© Walter de Maria

Monumentalität und elementare Kraft der 'lapidaren' Form zeichnen die '5 Kontinente Skulptur' Walter De Marias im Verwaltungsgebäude der DaimlerAG aus.

Annähernd zweihundertfünfzig Tonnen wiegen die Marmor-, Quarz- und Magnesitbrocken, deren Herkunft aus verschiedenen Steinbrüchen bereits die roh gebrochene Gestalt sowie die unterschiedliche Tönung, Dichte und Brillanz verraten. Wie der Titel des Werkes nahelegt, entstammen sie fünf verschiedenen Kontinenten.

Das Alter der verwendeten Steine, an Hand derer Geologen Entste-hungszeitpunkt und -umstände sowie Beschaffenheit, mithin die gesamte Geschichte der jeweiligen Kontinente ablesen können, beträgt zwischen 22 Millionen und 1,8 Milliarden Jahre. Zu gleichen Teilen gemischt, repräsentieren sie eine sowohl materielle als auch ideelle Synthese des Gesamtglobus: ideell nicht allein wegen der zuvor beschriebenen Inszenierung, sondern auch aufgrund der idealen Form des Kubus, der den Steinen nunmehr als neues Gefäß dient.

In diesem abstrakten geometrischen Körper, dessen Seitenlänge von 5 Metern nicht ohne Bedacht gewählt ist, spricht sich der menschliche Gestaltungswille als Quell und treibende Kraft der synthetischen Leistung aus. Sowohl die rationale Form als auch ihre transparente Oberfläche - die massiven Stahlverstrebungen wurden auf ein technisch vertretbares Minimum reduziert - werden zu anschaulichen Sinnbildern der wirkenden Präsenz des menschlichen Geistes.


Hintergrund

Die Verbildlichung der elementaren Kraft und potentiellen Wirkungsweise der Natur mit Mitteln, die der Natur selbst abgeschaut sind, mit maßstäblichen Kategorien sowie Vorstellungen von Erhabenheit und Überwältigung, die sich an der Größe von Naturereignissen messen, steht selbstredend für De Marias künstlerische Strategie.

Mit künstlerischen Mitteln, die verschiedene Tendenzen der Kunst der sechziger Jahre aufgreifen, zum Teil sogar selbst initiieren, ohne daß der Künstler einer dieser Richtungen, sei es Minimal, Conceptual oder Land art, eindeutig zurechenbar wäre, verwirklicht De Maria eine Kunst, deren integrativer Ansatz wegweisend für die Bestrebungen nach einer neuen, ganzheitlichen Selbst- und Welterfahrung in der Kunstproduktion der folgenden Jahre werden sollte.


Lebensdaten

  • 1935 Geboren in Albany, Kalifornien - lebt in New York.
  • Studium der Geschichte und Kunstgeschichte an der University of California in Berkeley.
  • 1960 Übersiedlung nach New York.
  • 1969 Guggenheim Fellowship.
  • 1976 Mather Sculpture Prize des Art Institute of Chicago.
  • 1987 Internationaler Preis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg in Zusammenhang mit der Ausstellung der ‚5 Kontinente Skulptur' in der Staatsgalerie Stuttgart.

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