Sammlung Daimler
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Daimler Contemporary       
29. September - 8. Januar 2007

 

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    Photography, Video, Mixed Media III
     
   

 

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Einführung

     
     

 

 Anfang der 1990er Jahre wurde für die Daimler Kunst Sammlung damit begonnen, den Schwerpunkt Malerei um Werke aus den Bereichen neuer Medien zu erweitern: Fotografie, Video, Objektkunst, Leuchtkästen, installative Arbeiten.
 

 
   

Pamela Singh,
Jaipur Self-Portrait; 2003
Schwarzweissfotografie überarbeitet

Hemo Zobernig
div. Videofilme und Sitzobjekte

Bernhard Kahrmann
videoinstallation, möbelobjekte

Die Ausstellung mit Neuerwerbungen für die Sammlung zeigt - hier in Berlin nun schon in dritter Folge seit 2001 - die Fortführung dieser Tendenzen. Sylvie Fleury ist mit sechs neuen Filmen vertreten, die 2005 für das Mercedes-Benz Markencenter Paris gedreht wurden. Die Filme verschmelzen den Mythos der legendären Mercedes-Benz Automobile vom Blitzen-Benz über den Flügeltürer bis zum C 111 mit aktuellsten zeitgenössischen Ideen aus Kunst und Mode.

Die junge, indische Künstlerin Shilpa Gupta präsentiert eine interaktive Videoinstallation, welche die ideologischen Regelwerke von Mode und militärischer Formation ineinander blendet.

Von Guy Tillim, dem Preisträger des Daimler Award Südafrika 2004, werden eindrückliche Beispiele einer neuen, in Petros Village, Malawi/SA, entstandenen Fotoserie vorgestellt. Ergänzt werden diese Werke durch Videos von Bernie Searle, Bernhard Kahrmann und Heimo Zobernig, Fotos und Bildobjekte der indischen Künstler Pamela Singh und Justin Ponmany sowie eine Skulpturengruppe von Ina Weber.

Teilnehmende Künstler

Sylvie Fleury (*1961 Genf/CH), Shilpa Gupta (*1976 Mumbai/Indien), Bernhard Kahrmann (*1973 Geislingen/D), Justin Ponmany (*1974 Kerala/Indien), Berni Searle (*1964 Kapstadt/SA), (Pamela Singh (*1961 Rajasthan/Indien), Guy Tillim (*1962 Johannesburg/SA), Ina Weber (*1964 Dietz/D), Heimo Zobernig (*1958 Mauthen/A)

 

     

 

 
 

 

 
   



Sylvie Fleury (*1961 Schweiz),
Paris Commissioned, 2005
6 Videos (Drei-Kanal-Projektion) für das Mercedes-Benz Center Paris

Sylvie Fleury
Paris Commissioned, 2005
6 Videos (Drei-Kanal-Projektion) für das Mercedes-Benz Center Paris

Das Werk von Sylvie Fleury - Bildobjekte und Skulpturen, Wandmalereien und Videos, Fotografie und Installation - ist von allen wichtigen Museen weltweit ausgestellt und gesammelt worden. Im Auftrag von Daimlerhat Sylvie Fleury eine Serie von sechs Videoarbeiten für das neue Mercedes-Benz Markencenter Paris gedreht.

Ebenso hintergründig wie elegant verschmilzt die Künstlerin den Mythos legendärer Mercedes-Benz Automobile mit den aktuellsten zeitgenössischen Ideen aus Kunst und Mode. Fleury zelebriert und demonstriert das Leben als Obsession - sie ist Fashion Victim und Autofanatikerin aus Leidenschaft, Kunstversessene und Kunstkennerin, Esoterik-Guru und Apologetin eines »Faster Better Cheaper«, wie der Titel einer ihrer Neonarbeiten lautet.

Die neuen, im Auftrag von Daimlerentstandenen Videoarbeiten von Fleury verschmelzen den Mythos der legendären Mercedes-Benz Automobile vom Blitzen-Benz über den Flügeltürer bis zum C 111 mit aktuellsten zeitgenössischen Ideen aus Kunst und Mode.

An den authentischen Stuttgarter Schauplätzen der historischen Mercedes-Benz Karossen - in den Showrooms, Werkstätten und auf der Teststrecke des Classic Center Fellbach bei Stuttgart - läßt Fleury weibliche Models mit trendigem Outfit in einer Art minimalistischer Choreographie klassisch ‚männliche' Handlungen dirigieren und vorführen: Flügeltürer werden wie futuristische Engel auf- und niedergefahren, die Models polieren mit Händen lackglänzenden Kurven von Oldtimern, Kosmetikprodukte werden von breiten Rennreifen gecrasht, alte Motoren auf Touren gebracht, Silberkugeln durch die Werkshallen gefegt.

     

 

 
 

 

 
   


Shilpa Gupta
Untitled (Camouflage), 2004,
interaktive Videoprojektion

Shilpa Gupta
Untitled (Camouflage), 2004,
interaktive Videoprojektion

Im Daimler Contemporary ist Shilpa Guptas interaktive Videoinstallation "Ohne Titel", 2004 zu sehen. Die raumbreite Projektion zeigt junge Frauen, die in Tarnuniformen gekleidet sind.

Von ihrem ursprünglichen Zweck befreit changiert die Wirkung der Kleidung zwischen militärischem Drill und modischem Accessoire, hat doch die Mode aus Anzügen der Armee den Camouflage-Stil kreiert. Die modische Camouflage beinhaltet in Guptas Werk mehrere Bedeutungen: Es zeigt die Übernahme von Stil und gilt als Ausdruck für modisches Bewusstsein. Andererseits artikuliert sich in Kleidung und Habitus eine Demonstration gegen westliche Vereinnahmung.

Denn die Kommerzialisierung der Lebenswelt, wie sie sich der jüngeren Generation in Indien darbietet, stellt tradierte Identifikationsmuster in Frage. Gerade die jungen Erwachsenen erfahren den sozialen Wandel gleichsam als individuelle Befreiung wie auch Gefahr, welche die tragenden Werte der Gesellschaft zu zerstören droht.

Die sieben animierten und für die Besucher interaktiv zu steuernden Figuren bewegen sich nach programmierten Befehlen. Die Sprache und Musik der Installation beinhaltet jedoch die Botschaft, sich weder der Macht des Konsums noch einem politisch motivierten, ideologischen Terror wehrlos auszuliefern.

             
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