Sammlung Daimler
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Daimler Contemporary       
12. April - 24. September 2006

 

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    CLASSICAL : MODERN
Klassische Moderne aus der Daimler Kunst Sammlung
     
   

 

 


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Pressematerial

Serigraphie Edition
Ben Willikens

   
     

 

 

Einführung

     
   


Willi Baumeister
Montaru auf Rosa; 1953
öl auf Karton
135 x 185 cm
© VG-Bild-Kunst, Bonn

Max Bill
rote quadrate; 1946
Öl auf Lwd.
60 x 60 cm

Die Werkgruppe der klassischen Moderne in der Daimler Kunst Sammlung, die 1977 mit dem Ankauf eines Gemäldes von Willi Baumeister begründet wurde, umfasst vorrangig Malerei, aber auch Skulptur, Wandobjekte und Graphik.

Sie zeichnen ein Bild der Entwicklung der Kunst bis in die 1960er Jahre des 20. Jahrhunderts mit schwerpunktmäßigem Bezug zum südwestdeutschen Raum.

In das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts datieren zwei Kompositionen Adolf Hölzels und bilden so chronologisch den Auftakt der Sammlung. Hölzel, der 1905 an die Stuttgarter Akademie berufen wurde, zählte u.a. Willi Baumeister, Camille Graeser, Otto Meyer-Amden, Oskar Schlemmer, Johannes Itten, Adolf Fleischmann und Ida Kerkovius zu seinen später prominenten Schülern; sie sind mit - den Entwicklungsgang nachzeichnenden - Werkgruppen bzw. repräsentativen Einzelwerken vertreten.

Schlemmer - dem mit neun Arbeiten aus drei Jahrzehnten innerhalb der Kunst Sammlung Daimlerbesonderes Gewicht zukommt - war von 1921-28 als Lehrer am Bauhaus in Weimar und Dessau tätig.

Josef Albers, dessen Biographie ebenfalls wesentlich durch Studium und Lehrtätigkeit am Bauhaus geprägt wurde, emigrierte 1933 in die USA, wo er eine der führenden Lehrerfiguren wurde. Vier Werke in der Sammlung zeichnen die wichtigen Entwicklungsschritte der amerikanischen Zeit nach.


Ein besonderes Sammlungsinteresse ist Max Bill gewidmet. Bill studierte am Dessauer Bauhaus bei Schlemmer, Kandinsky und Klee und war 1950 Mitbegründer sowie erster Rektor der Ulmer Hochschule für Gestaltung.
In Paris wurde Bill Mitglied der 1931 gegründeten Gruppe »abstraction - création«, der u.a. auch die in der Sammlung vertretenen Künstler Arp, Baumeister und Vantongerloo angehörten. Die Letztgenannten bilden zusammen mit Camille Graeser, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse den Kern der »Zürcher Konkreten«, deren Wortführer und theoretischer Kopf bis in die 1960er Jahre hinein Max Bill blieb.

Friedrich Vordemberge-Gildewart - kurzzeitig Student am Bauhaus in Weimar und Dessau, Mitglied von »De Stijl«, Mitbegründer von »die abstrakten hannover«, mit Bill befreundet und späterer Lehrer an der Ulmer Hochschule - berührt alle diese Kreise und kann als wichtigster Pionier der konkreten Kunst in Deutschland angesehen werden.

     

 

 

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Günter Fruhtrunk
epitaph für arp; 1972
Acryl, Öl auf Lwd.
195 x 194 cm

Anselm Reyle
untitled; 2005
verschiedene Materialien, Lwd.
234 x 119 x 20 cm

Die Ausstellung Classical : Modern verfolgt vier Hauptlinien.

Dies ist zunächst mit rund dreißig Arbeiten die Wirkungsgeschichte des Stuttgarter Hölzel-Kreises, beginnend mit zwei Gemälden Hölzels aus der Zeit seiner ersten Stuttgarter Jahre (1908/14) und chronologisch gefolgt von Arbeiten seiner oben genannten Schüler. Der Bogen spannt sich von Schlemmers Ölstudie Rote Dächer, 1913, die noch während dessen Studienzeit bei Hölzel entstand, bis zu Werken von Johannes Itten und Camille Graeser aus den 1950er/60er Jahren.

Eine zweite Argumentationslinie repräsentiert mit monographischen Werkgruppen von Adolf Fleischmann, Rupprecht Geiger, Josef Albers sowie großformatigen Einzelwerken von Günter Fruhtrunk Aspekte von Monochromie und Farbfeldmalerei aus dem Zeitraum 1950 bis 1987.
Eine dritte Hauptlinie ist Beispielen konstruktiver und konkreter Kunst gewidmet. Hier ist der chronologische Auftakt mit Richard Paul Lohses Streifenbild von 1949 gegeben, der Bogen spannt sich bis zu Max Bills capuut mortuum aus dem Jahr 1972.


Der vierte Argumentationsgang folgt dem Grundprinzip der Ausstellungen der Daimler Kunst Sammlung - seien es thematische Präsentationen im Unternehmen, die Stationen der Tournee durch Museen weltweit oder die Ausstellungen im Daimler Contemporary Berlin - die Werke der klassischen Moderne und Nachkriegsavantgarde in einen Dialog mit Werken der zeitgenössischen Kunst zu stellen.

So ist etwa der Gruppe der Farbfeldmaler Günter Schareins Sehnsuchtstriptychon, 1987, an die Seite gestellt. Drei Bilder des Stuttgarter Malers Ben Willikens aus dem Zeitraum 1984 bis 2004 sowie eine Bodenarbeit von Philippe Parreno stehen in einem engen geistigen Austausch mit auf Schwarz, Weiß und Grautöne reduzierten klassischen Werken von Albers, Arp, Vordemberge und Vantongerloo.
In das Umfeld der konstruktiven und konkreten Kunst haben wir aktuelle Arbeiten von Reyle, Rockenschaub, Hiepler, Gillick und Monk integriert, die in unterschiedlicher Weise auf das formale Vokabular und die analytischen Bildkonzepte der Klassiker sich beziehen lassen.

             
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