Sammlung Daimler
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Daimler Contemporary
9. Dezember 2004 - 28. März 2005

 

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Einführung
     
     

 

 

Für die aktuelle Ausstellung mit rund 60 Arbeiten von 25 Künstler/innen aus 11 Ländern können zwei thematische Schwerpunkte namhaft gemacht werden: die kritische Revision von Stilen und utopischen Entwürfen der Moderne auf der einen, gesellschaftlich-politische Reflexionen auf der anderen Seite.

 

   
   

 

 

 

John M Armleder
ohne Titel (Furniture Sculpture) 1993
300 x 425 cm Acryl auf Leinwand, 2 Leuchten,
Bildmaß: 300 x 200 cm

 

Mathieu Mercier
Still Untitled; 2001
Farbe und Klebefolie auf Holz

Structure d' Altuglas et Melamine; 2001
Acrylgals, Holz, Melamin

 Eines der intelligentesten und radikalsten Werke im Sinne des ›refocusing‹ der abstrakten Avantgarden hat seit etwa 1970 der Genfer Künstler John M Armleder geschaffen. Seine provokant dekorative »Furniture Sculpture« aus monochromem Bild und zwei kreisförmigen Lampen summiert gleichsam die Grenzgänge von Kunst und Design des 20. Jahrhunderts.

Armleder benachbart sind in der Ausstellung thematisch verwandte Arbeiten zu sehen: Fotocollagen des jungen Serben Bojan Sarcevic, eine Gruppe von insgesamt acht Werken des französischen Marcel-Duchamp-Preisträgers Mathieu Mercier, minimalistische Handlungsobjekte des israelischen Künstlers Uri Tzaig und der jungen japanischen Künstlerin Ayumi Minemura, frühe Videos von Sylvie Fleury u. a.

Von den insgesamt sechs Künstler/innen, deren Biographien mit Stuttgart bzw. Berlin verbunden sind, kann vor allem Ulrike Flaigs mit changierenden Autolackproben verkleidetes Wandobjekt vor dem Hintergrund der Gratwanderungen zwischen artifiziellem Schaustück und funktionalem Objekt gesehen werden.

 

     


 

Die Stuttgarter Thomas Raschke und Sebastian Rogler, die unter dem Label »Das Deutsche Handwerk« firmieren, laden die Thematik mit politischem Zündstoff aus Michel Houellebecq skandalumwittertem Erfolgsroman Plattform auf. Die Zeichnungen von Bernhard Kahrmann wollen in einem weiter greifenden Sinne als graphische Analysen gesellschaftlich bestimmter Raumkonstruktionen gelesen werden.

Klassischen Genres der Fotografie und Videokunst scheinen die Arbeiten von Sandra Hastenteufel und Eva Teppe zu entsprechen, beide argumentieren jedoch in dezidiert konzeptueller Tradition.
 

 
   

 

 

Jane Alexander (SA)
African Adventure; 2000
10 tlg., jeweils 30 x 150 cm
Digitale Tintenausdrucke auf Baumwollpapier

 

 Für den zweiten Schwerpunkt unserer Ausstellung - gesellschaftskritische und politische Reflexionen - setzen drei südafrikanische Künstler wesentliche Akzente. Guy Tillim, wie Jane Alexander einer der Preisträger des seit 2000 vergebenen Daimler Award for South African Culture, ist mit einer eindrucksvollen Fotoserie junger Kamajoor Milizionäre vertreten. Sie bilden zusammen mit Jane Alexanders monumentaler zehnteiliger Serie African Adventures einen der Höhepunkte nicht nur südafrikanischer Fotokunst, sondern generell einer engagierten zeitgenössischen Fotografie.

 

     


 

Ähnliche Bedeutung für das Medium Video kommt der raumgreifenden Doppelprojektion Snow White der in Kapstadt lebenden Berni Searle zu. Alfredo Jaar, seit seinem documenta Auftritt 1987 als einer der wichtigsten sozialkritischen Konzeptkünstler bekannt, ist mit einem Gandhi gewidmeten Leuchtkasten vertreten.

Eine durchaus kritische Grundeinsicht verbindet die Arbeit von Jaar mit denjenigen etwa von Martin Gostner, Dmitry Gutov, Thea Gvetadze oder Patricia London Ante Paris: dass Sprache und Bild heute mehr der Selbsttäuschung, der Verunklärung und bewusster Geschichtsfälschung dienen, als dass sie Medium freiheitlicher Begegnung mit dem eigenen und dem fremden Selbst sein könnten.
 

 
     


 

 

Bernie Searle
Snow White; 2001
Video Doppelprojektion, 9 min

 
     


 

 

Eine durchaus kritische Grundeinsicht verbindet die Arbeit von Jaar mit denjenigen etwa von Martin Gostner, Dmitry Gutov, Thea Gvetadze oder Patricia London Ante Paris: dass Sprache und Bild heute mehr der Selbsttäuschung, der Verunklärung und bewusster Geschichtsfälschung dienen, als dass sie Medium freiheitlicher Begegnung mit dem eigenen und dem fremden Selbst sein könnten.

 
     


 

 

 
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