Sammlung Daimler
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Daimler Contemporary
3. September - 28. November 2004

 

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    Minimalism and After III
Neuerwerbungen / New Aquisitions
       
               
     


 

beteiligte Künstler

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Minimalism and After
Ausstellung Februar 2002

Ausstellung Februar 2003

 
     

 


Einführung
     
   

 

 

 


Jo Baer
H. Arcuata, 1971
Öl auf Leinwand
Ca. 70 x 280 x 10 cm

 


Anselm Reyle
trust, 2000

Laminatplatten, Neon
237 x 400 x 11 cm

Lampe, 2002
Found object, strobo

 

Im Herbst 2000 wurde die Ausstellungsreihe »Minimalism and After« als einer der Schwerpunkte der langfristigen Ankaufsplanung für die Daimler Kunst Sammlung konzipiert. Heute sehen wir, dass wir den wichtigsten Trend des Ausstellungsjahres 2004 vorweggenommen haben.

Mehrere große Museumsausstellungen zwischen Los Angeles, Houston, New York und London - hervorzuheben »A Minimal Future« und »Geometry and beyond« in Los Angeles - widmen sich aktuell dem Minimalismus und der Geometrischen Abstraktion als einem wesentlichen Phänomen in Europa und den USA um 1960. Viele Namen, denen man dort begegnet, waren zuvor in den Ausstellungen der Daimler Kunst Sammlung in Berlin, Karlsruhe, Detroit und Pretoria zu sehen.

Drei Charakteristika unserer Ausstellungsreihe, die bei manchen mitunter Fragen aufwarfen, finden in den aktuellen Großausstellungen ihre Bestätigung. Das betrifft zunächst die Positionierung von Minimalismus und Geometrischer Abstraktion als eines eigenständigen künstlerischen Phänomens neben der klassischen Minimal Art. Darüber hinaus werden europäische und amerikanische Entwicklungen nicht länger streng getrennt untersucht. Unsere Ausstellungsreihe »Minimalism and After« gründet in der Überlegung, dass eine transatlantische Wirkungsgeschichte abstrakt-geometrischer, reduzierter Bild-/Objektformen neu zu entdecken ist.

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  Diese Wirkungsgeschichte nimmt ihren Ausgang mit der ‚Emigration' von Bauhaus und Konstruktivismus in den 1930er Jahren und deren Rezeption in den USA. Sie führt in den 1950er Jahren über den Dialog amerikanischer Vorformen des Minimalismus mit Entwicklungen von ZERO und Neuen Tendenzen in Europa.

Kulminationspunkt sind um 1960 die parallelen Ausformungen einer minimalistischen Bildkonzeption auf beiden Seiten des Atlantiks. Von besonderer Bedeutung schließlich für unsere Reihe »Minimalism and After« ist die programmatische Einbeziehung der zeitgenössischen Kunst, wie es allerdings aktuell nur die Schau des New Yorker Guggenheim, »Singular Forms (Sometimes repeated)«, vergleichbar unternommen hat.

   
   

 

 

 

Alexander Liberman
Revolving, 1959
Öl auf Leinwand, 61 x 91.4 cm

 


Absalon
Disposition, 1988
Holz, Kork, weiß bemalt 107 x 182 x 28 cm

 

Das zeitgenössische Aufgreifen der oben beschriebenen Wirkungsgeschichte und die Rückbesinnung auf viele heute zu Unrecht vergessene Künstler/innen ist aus unserer Sicht insofern relevant, als eine kontinuierliche Diskussion der ästhetischen, politischen und formalen Grundlagen des Minimalismus als ein Movens der Gegenwartskunst zu beobachten ist. Dass die interessantesten Vertreter in Design und Architektur ebenfalls eine hoch differenzierte, auf Prämissen von Mies van der Rohe bis Donald Judd zurückgreifende Formensprache entwickelt haben, sei hier am Rande erwähnt.

Schwerpunkt in »Minimalism and After III« sind amerikanische und deutsche Künstler/innen im Dialog (für 2005 bereiten wir derzeit ein Gegenüber britischer und osteuropäischer Positionen von 1960 bis heute vor). Insgesamt werden 27 künstlerische Positionen mit rund 60 Werken aus fünf Jahrzehnten in unserer aktuellen Ausstellung vorgestellt.

Amerikanische Grenzpositionen zwischen Neokonstruktivismus und Vorformen des Minimalismus in der Nachfolge von Bauhaus, Mondrian und Suprematismus sind in unserem Kontext mit zwei Malern der Westküste vertreten, Karl Benjamin und Frederick Hammersley. Beide waren 1959 in der vom Los Angeles County Museum of Art organisierten, wegweisenden Ausstellung »Four Abstract Classicists« vertreten - neben John McLaughlin, den wir 2003 vorgestellt haben.

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Als Rückgriff in die Frühzeit abstrakter Bildprogramme in den USA zu lesen sind zwei Quilts (entstanden 1895 bzw. 1935) der Amish People. Wichtige Vertreter des Minimalismus im New York der 1950er/1960er Jahre waren Alexander Liberman, Ilya Bolotowsky, Al Held, Oli Sihvonen und Jo Baer, eine der wenigen herausragenden Frauengestalten in diesem Kreis.
 

   
   

 

 

 

Lothar Quinte
Faltbild schwarz-blau-schwarz, 1968
Mischfarben auf Leinwand 200 x 245 x 40 cm

Erwin Heerich
Ohne Titel (Vier Architekturmodelle)
Styropor, je ca. 30 x 30 x 20 cm
 

Ein zeitlich paralleles Feld europäischer Kunstentwicklungen ist mit den Werken von Poul Gernes, Hartmut Böhm, Erwin Heerich, Christian Roeckenschuss und Lothar Quinte in unserer Ausstellung präsent.

Den Übergang von den 1960er Jahren zu aktuellen internationalen Tendenzen markieren das schlichte Streifenbild von Andreas Brandt, das singuläre Wandobjekt und die Videoarbeit von Absalon, das konzeptuelle Bildobjekt Thomas Lochers sowie die minimalistischen Zeichnungsfolgen der 1990er Jahre von Hartmut Böhm und Helmut Federle.

Die für diese Ausstellung ausgewählten Werke junger deutscher und amerikanischer Künstler/innen spiegeln die in den frühen Werken angelegte Grenzüberschreitung Konstruktivismus / Geometrische Abstraktion / Minimalismus. Den konstruktiv-geometrischen Pol vertreten hier vor allem die Amerikaner Douglas Melini und und John Tremblay, auf europäischer Seite Jens Wolf und Beat Zoderer.

     


 

Die Traditionslinie des minimalistischen Bildobjekts wird zeitgenössisch weiter verfolgt im Werk der Deutschen Gerold Miller und Anselm Reyle sowie im glänzenden Finish der Objektbilder des New Yorkers Vincent Szarek. Die Architekturbilder Anselm Pinckernelles schließlich vermitteln in unserem Kontext die in den 1960er Jahren wurzelnden, idealistischen Architekturentwürfe von Erwin Heerich mit den minimalen Strukturen einer Michelle Grabner. Tadaaki Kuwayama und Yuyi Takeoka repräsentieren exemplarisch reduktionistische Bildkonzepte japanischer Provenienz.

 

   
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