Der
Daimler Award für südafrikanische Fotografie 2004 geht an den
Fotografen Guy Tillim. Tillim ist für seine sensiblen und kritischen
Aufnahmen ausgezeichnet worden. Sein Werk umfaßt Porträts, Fotografien
politischer Krisenherde in Afrika sowie urbane fotografischer Recherchen.
Neben
seiner freien künstlerischen Tätigkeit arbeitet der 41-Jährige seit
1986 auch als Reportagefotograf für nationale und internationale Medien.
Mit Tillims Auszeichnung bestätigt der Daimler Award seine Aufgabe
als Forum engagierter ästhetischer Positionen. Seine Bedeutung erhält
der Preis durch die Ausrichtung einer großen Ausstellung und die Produktion
eines umfassenden Katalogs.
Kunhinga,
Angola
February 2002
Gemäß
dem Urteil der Jury geht Tillim weit über die konventionelle Kriegsfotografie
hinaus. "Er hat eine kreative und poetische Stimme. Wenngleich er auf
klassische Weise arbeitet, sind seine Bilder doch offen
für eine Vielzahl von Deutungen. Sie sind nicht nur Zeugnis einer
ausgefeilten Kenntnis technischer Finessen wie dem Spiel mit Schwarz-Weiß-Kontrasten,
Farbe und Licht, sondern offenbaren eine Intimität,
die dem Betrachter einen ganz besonderen Zugang zum dargestellten Sujet
ermöglicht. In Tillims Arbeiten kommen eine Spannung, eine Schärfe
und eine ständige Suche zum Ausdruck, die ihn als außergewöhnlichen
Fotografen auszeichnen", so die Begründung der Jury.
Luanda, Angola November 2001
Den
Kern seiner Arbeiten für die Ausstellung bei Daimlerumschreibt
Tillim folgendermaßen: "Jahrzehntelang wurde der afrikanische Konflikt
auf kolonialer Ebene ausgetragen. Jetzt verändern
sich die Rahmenbedingungen in dem Maße, in dem die Macht von
der kolonialen auf die postkoloniale und moderne
Gesellschaft übergeht. Die Gründe für diese Konflikte sind vielschichtig
und die Motive der verschiedenen, in Bürgerkriege verwickelten Gruppierungen
sind schwer nachvollziehbar. Zerstörte Landschaften legen Zeugnis von
diesen Kriegen ab. Gleichzeitig befinden sich zahlreiche unzerstörte
Gegenden in einem Prozess der Veränderung und sind in einem Übergangsstadium.
Sie werden fortbestehen, aber die Narben, die
sie davongetragen haben, bleiben sichtbar."
Democratic
Republic of Congo
Dec 2002 - Jan 2003
Guy
Tillim wurde 1962 in Johannesburg geboren. 1985 hat er sein Wirtschaftsdiplom
an der Universität Kapstadt abgeschlossen und seine fotografischeTätigkeit
begonnen. Tillim zählt heute zu den interessantesten Fotokünstlern Südafrikas.
Sein Werk umfasst Porträts, Fotografien politischer
Krisenherde in Afrika sowie urbane fotografische Recherchen.
Neben seiner freien künstlerischen Tätigkeit arbeitet der 41-Jährige
seit 1986 auch als Reportagefotograf für
nationale und internationale Medien.
Guy
Tillim's Fotos sind in nationalen und internationalen Ausstellungen
südafrikanischer Kunst vorgestellt worden, so u.a. zweimal in Berlin:
"Schwarz Weiß", Neue Gesellschaft für Bildende Kunst 1991, und in "Colours.
Kunst aus Südafrika" 1996 im Haus der Kulturen der Welt. Die South African
National Gallery in Kapstadt hat den Künstler 1990 für eine Fotoserie
über die Transkei beauftragt, 2001 wurde an diesem wichtigsten Ort für
zeitgenössische Kunst in Südafrika seine Fotoserie über Kuito, Angola,
in einer Einzelausstellung vorgestellt, die anschließend in Paris anlässlich
des an Tillim verliehenen Prix SCAM zu sehen war.
Sierra
Leone
June 2001
Einen
Durchbruch für die künstlerische des Werkes von Guy Tillim bedeuteten
im Jahre 2003 die Einzelausstellungen in den Galerien Michael Stevenson
Contemporary (Kunhinga Portraits) und Brendan Bell-Roberts (Departure)
in Kapstadt.