Sammlung Daimler
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Contemporary - Profil und Übersicht
Ausstellungen nach Termin
Die Sammlung: Profil und Aktivitäten
Skulpturenrundgang am Potsdamer Platz Publikationen

MINIMALISM AND AFTER II

 

Neuerwerbungen / New Aquisitions

John M Armleder, Richard Artschwager, Wolfgang Berkowski, Stephen Bram, Daniel Buren, Ian Burn, Hanne Darboven, Gene Davis, Hermann Glöckner, Benoit Gollety, Katharina Grosse, Esther Hiepler, Sol LeWitt, John McLaughlin, Olivier Mosset, David Novros, Charlotte Posenenske, Gerwald Rockenschaub, Henryk Stazewski, Katja Strunz, Michael Zahn.

Daimler Contemporary

14. Februar -
18. Mai 2003

neue Öffnungszeiten:
täglich 11 - 18 Uhr

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rockenschaub

Michael Zahn
*1963 in Cleveland, USA, lebt in New York, USA

Untitled (Palette with Objects), 2002
Acryl auf Plexiglas, 3 Teile

Gerwald Rockenschaub

Six animations, 2002
6 DVDs, 6 DVD-Player, 6 Monitore, auf Sockel und Bodenplatte

Ohne Titel, 1986
Öl auf Leinwand

 

   
 


Michael Zahn
*1963 in Cleveland, USA, lebt in New York, USA

Untitled (Palette with Objects), 2002
Acryl auf Plexiglas, 3 Teile

Seit 1999 arbeitet Michael Zahn an malerischen Rückübersetzungen der Symbolsprache des Computers. Die zur Verbildlichung der Programmiersprache des Computers entwickelten »Icons« werden von Zahn in eine minimalistische, abstrahierte Bildsprache überführt. Seine Bilder von Fenstern, Menüs oder Symbolleisten schweben in objekthafter Isolierung vor der Wand, so dass der gemalte Desktop sich in der Architektur verräumlicht. Die mit einer Farbrolle aufgetragene Farbe entwickelt eine artifizielle Plastizität.

Palette with Objects zeigt drei Menüs, eines davon die Farbpalette eines Graphikprogramms. Die Farbskala knüpft an Bildthemen vom frühen Ellsworth Kelly bis Gerhard Richter farblich an. Die Farbskala spielt mit der Idee einer spiegelbildlichen Anlage entlang der Mittelachse. Der Betrachter findet einen abstrakten Bildschirmaufbau vor, der im Prozess der Wahrnehmung gleichsam mit individuellen Nutzer-Einstellungen belegt, also gedanklich neu konfiguriert werden muss.

 

Gerwald Rockenschaub
*1952 in Wien, A, lebt in Berlin, D

Six animations, 2002
6 DVDs, 6 DVD-Player, 6 Monitore, auf Sockel und Bodenplatte

Die Videoinstallation Six animations übersetzt eine konstruktiv-synthetische Bildsprache in poppig-bunte Computeranimationen. Die Kompositionsprinzipen der Abstraktion werden animiert, durch Variation gebrochen und in ein Crossover von Graphik und Technomusik transferiert.

Six animations macht deutlich, wie stark das Bilderreservoir der Kunst inzwischen von den Massenmedien vereinnahmt worden ist. Ständig sich verbessernde technische Möglichkeiten führen zu immer perfekteren Produkten, für welche Kunstgeschichte nur Warenästhetik ist. Während die historische Abstraktion zum Musterlieferanten für Mode, Graphik und Design geworden ist, bleibt sie paradoxerweise als Kunst den meisten fremd. So wird auch erst bei genauerer Betrachtung und im Kontext einer minimalistischen Bildsprache deutlich, dass die reduzierte Form der Videoinstallation nicht nur das aktuelle, inzwischen weltweit zur Norm gewordene Shopdesign von Sony bis Prada reflektiert, sondern ihren Ausgang in den Skulpturen der Minimal Art nimmt.

Ohne Titel, 1986
Öl auf Leinwand

Gerwald Rockenschaub zählte Mitte der 80er Jahre zu einer Gruppe junger Künstler, die sich mit der Formensprache der abstrakten Avantgarden beschäftigte. Der »Neo Geo« durchdrang die Formensprache der Minimal Art mit der konsumistischen Haltung der Pop Art. Seine Vertreter suchten in der Kunst die visuelle Sensation des aus der Kunstgeschichte Herausgelösten.

Gerwald Rockenschaubs modellhafte, kleinformatige Arbeiten der achtziger Jahre eignen sich die Abstraktion an, ohne sie historisieren zu wollen. Sie führen weder auf inhaltlicher Ebene zu einem Diskurs noch knüpfen sie in ihrer coolen Neutralität auf formaler Ebene an Fragestellungen der Malerei an. Er versteht sie als »Darstellungs- und Spielform, als Möglichkeit künstlerischer Aussage in modellhafter Form.« (G. R.)

Daher werden seine Bilder auch nicht mehr durch die sozialen oder metaphysischen Utopien der Wegbereiter der Abstraktion getragen, sondern von in der Alltagswelt durchgesetzten abstrakten Codes und Mustern. Es sind Piktogramme, die, abgesehen von der Musik, auf keinen speziellen soziokulturellen oder symbolischen Kontext verweisen.

 

   
 


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