

Wolfgang Berkowski
*1960 Salzkotten, D, lebt in Rom, I
Ablaufsteuerung,
2002
Photo auf Acetat, Plastik, Metall, Glas,
Holz, Email, 2 Elemente mit je 2 Teilen

Ablaufsteuerung
1. Spezifische
schwarze Diagramme, (Größe) bezogen auf die projizierte Größe auf der
Netzhaut, (immer) an derselben Stelle auf einem DIN-A4 Blatt präsentiert,
Linien unterschiedlicher Stärke, organisiert zu Gruppen/Sequenzen.
2. Längliche schwarze
Objekte, (weißer) Querschnitt bezogen auf DIN-A4, auf Rollen gesetzt,
erscheinen isoliert oder in Gruppen. Die Diagramme sind analytische
Instrumente für den Künstler und stellen einen privaten Code dar. Serialität
oder die Strategie des "eins nach dem anderen" garantiert ihre Unabhängigkeit
und Nicht-Referentialität. Gleichzeitig fungiert das Display, das wir
jetzt als die Erfahrung bezeichnen können, als eine Grammatik und verleiht
dem/den Zeichen eine physische Präsenz, eine Struktur, die zum Lesen
führt. Das Prinzip der Wiederholung dient in der Minimal Art dazu, inhaltliche
Bezüge zu vermeiden, die Rollen unter den Boxen kennzeichnen sie entgegen
der Prämissen der Minimal Art als ortsunspezifische Objekte. (Cecilia
Canzani)

Olivier Mosset
*1944 Bern, CH, lebt in Tucson, USA
Ohne Titel (tic-tac-toe
Serie), 2002
Acryl auf Leinwand, 9 Teile
Radikal: der Begriff
kennzeichnet nicht nur eine Richtung der abstrakten Malerei, die Olivier
Mosset in den siebziger Jahren in New York mitbegründet hat, sondern
mehr noch Werk und Haltung des Künstlers. Die Grundlegung dafür war
sein politisches Engagement im Umfeld der Unruhen vom Mai 1968 in Paris.
Mossets neue tic
tac toe Serie ist als selbstkritisches Resümee seiner künstlerischen
Arbeit von 1968 bis heute zu lesen. Die
frühen schwarz-weißen Kreisbilder werden zu farbigen ›shaped canvases‹,
die Kreuze gehen auf Bilder aus ineinander gesteckten großen Kreuzen
zurück. »Ich war froh, dass die Entscheidung über die Installation der
Elemente durch ein kleines Spiel entschieden wurde. Es bringt alles
in eine Perspektive, dies zumal zu einem Zeitpunkt, der für den Zustand
der Welt nicht gerade günstig ist. Andererseits war es Anlaß, mich mit
meinen frühen Werken zu befassen. Es gibt immer eine Dialektik zwischen
dem, was du machst und was du gemacht hast.« (Olivier Mosset).

Michael Zahn
*1963 in Cleveland, USA, lebt in New
York, USA
Untitled (Menu
with Sub-Menu),
2002 Acryl auf Plexiglas, 2 Teile
In Michael Zahns
künstlerischer Arbeit verschränkt sich eine Auseinandersetzung mit der
Kunst der 60er Jahre - speziell dem deutschen und amerikanischen Minimalismus
- mit einer Analyse des amerikanischen Oberflächen-Kults, wie er sich
vor allem in der alles dominierenden Sprache des Computers zeigt.
Zahns Bilder transformieren
Anfang der 90er Jahre den binären Code der Computersprache in abstrakte
Streifenbilder à la Buren oder Parmentier. In einem nächsten Schritt
benutzte Zahn fotografische Porträts, die er in grobe Pixel auflöste
und in Bildformaten von der Größe eines Monitors sich verlieren lies.
Die Computergraphik wird in Untitled (Menu with Sub-Menu) durch Reduktion
der Kontextmenüs auf Schwarzweiß, durch eine minimalistische Flächenaufteilung
und das Ausziehen der Streifen bis zum Rand soweit zurückgenommen, dass
eine eindeutige inhaltliche Lesart entfällt. Der Kontext erschließt
sich nur über die ungewöhnliche Hängung der Bilder beziehungsweise über
den Titel.