In
Auseinandersetzung mit McLaughlins auf Schwarz, Weiß und wenige Farben
konzentrierte, reduktionistische Malerei prägte Jules Langsner 1959
den Begriff des »Hard Edge«.
Kriterien von Hard Edge wie die geometrische Formung der Farbfelder
und Farbreihungen, formale Ökonomie und Perfektion des Farbauftrags,
schließlich die betonte Objekthaftigkeit und Visualität der Bilder bereiten
den Minimalismus vor.
Während
McLaughlin in Los Angeles an einer »absolut abstrakten« und referenzlosen
Malerei-als-Malerei arbeitete, entwickelte der knapp achtzigjährige
Hermann Glöckner in Dresden in völliger Isolierung von der gängigen
DDR-Kunst seine Faltungen, die eine überraschende Nähe zu Robert Smithsons
gefalteten Wandreliefs der Jahre 1963-65 zeigen.
Ein
spätes Echo finden beide Positionen, die ohne Kenntnis voneinander sich
entwickelt haben, in den Wandreliefs von Katja Strunz (*1970, D). Unberührt
vom westlichen Kunstbetrieb formte sich auch das Werk des Polen Henryk
Stazewski (1884-1988), dessen weiße Tableau-Reliefs der sechziger Jahre
und spätere Bilder in unserem Zusammenhang als eine europäisch-konstruktive
Spielart minimalistischer Bildkunst interpretiert werden.
Ein
Bewunderer McLaughlins war David Novros, der zu den wichtigen frühen
minimalistischen Malern gezählt wurde. Auch die 1959 einsetzende Serie
der Streifenbilder von Gene Davis - der in Europa ebenso unbekannt geblieben
ist wie Novros - könnte, neben dem Einfluss Barnett Newmans, eine Reaktion
auf McLaughlin beinhalten.
1966
trifft Hanne Darboven (wie Novros 1941
geboren) in New York ein und formt in der Begegnung mit der Minimal
Art, vor allem mit Sol LeWitt, die Grundkonstanten ihres Werkes. Ihre
seriellen Abläufe von Zahlen und geometrischen Figuren zählen neben
den Skulpturen der Frankfurter Künstlerin Charlotte
Posenenske zu den wichtigsten europäischen Beiträgen zum Minimalismus.
Einem
durchgehenden Schwerpunkt der Daimler Kunst Sammlung folgend, versucht
die Auswahl der Neuerwerbungen die Diskussion in der zeitgenössischen
Kunst zu spiegeln. Wolfgang Berkowski (*1960, D), Stephen Bram (*1961,
AUS), Benoit Gollety (*1974, F), Esther Hiepler (*1966, D), Michael
Zahn (*1963, USA) haben in den neunziger Jahren ganz eigenständige Werkgruppen
entwickelt, die mit verschiedenen Aspekten des Minimalismus kommunizieren
und diese weiter- und ausformulieren: Ihre Werke prägt ein verknapptes
Formenvokabular, die Betonung von Objekthaftigkeit, Materialität und
Visualität des Bildes sowie eine Reduktion auf einfache Grundstrukturen.
Veranstaltungen
und Termine
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Minimalism and After
Ausstellung Februar
2002