Katja Davar begreift
den virtuellen Raum, wie er sich in den gerechneten Animationen von
Computerspielen konstruiert, auch als ein relationales, netzartiges
Gewebe. Statt sich jedoch in einer Faszination für die Technologie und
deren Möglichkeiten zu verlieren, bricht die Künstlerin den verführerischen
Illusionismus der virtuellen Welt durch beabsichtigte Störungen. Ihre
Videoanimationen bevölkern technomorphe Lebewesen oder anthropomorphe
Vehikel, die sich in stupiden Wiederholungen bewegen und dabei Aufschluss
über ihre Herstellungsweisen vermitteln.
Katja
Davar, Remote Host, 2001, Videoanimation/Stills, Dauer 1:28 min
Ihre Stickbilder
entstehen im Rückgriff auf Schalttafeln, Diagramme und Isometrien, deren
sinnstiftende Strukturen durch gegenseitige Überlagerungen zu Leerformeln
einer "brave new world" gerinnen. Katja Davar pflegt in ihren Arbeiten
einen ironischen Skeptizismus, der den Computer als zeitgemäßes Werkzeug
zur Konstruktion räumlicher Vorstellungen und authentischer Bewegung
in Echtzeit einführt. Dabei erscheint er im historischen Vergleich nicht
besser als jede andere Maschine, mittels der der Mensch seinen Entwürfen
von Welt bisher Gestalt verlieh.