Aus Berlin
bricht George Grosz am 26. Mai 1932 zu seiner ersten Amerikareise auf
- Berlin ist im Sommer 2002 der Schauplatz der ersten Präsentation von
60 Fotografien, die die Reise des Künstlers und seine Ankunft in der
Kapitale der Neuen Welt dokumentieren.
Aufgrund
der Recherchen von Ralph Jentsch, Nachlaßverwalter und Bearbeiter des Oeuvrekataloges
von Grosz, kamen 1994 insgesamt 200 erhaltene Kontaktabzüge zutage, jedoch
konnten bis heute die Negative nicht aufgefunden werden.
Mittels spezieller
fototechnischer Verfahren war es möglich, von 60 ausgewählten Arbeiten
Abzüge in Vintage-Qualität zu fertigen, die nun von Berlin aus auf Tournee
gehen (auf die Berliner Premiere folgen Ulm, Oldenburg und Paris; anschließend
weitere Stationen in Europa und den USA).
Von Futurismus
und Dada herkommend tritt George Grosz in der Weimarer Republik als
schonungsloser Zeitkritiker auf. Seine Darstellung des gekreuzigten
Christus mit Gasmaske ("Hintergrund", 1924) verwickelt ihn in einen
über Jahre sich hinziehenden Gotteslästerungs-Prozess.
Das 1932 eintreffende
Telegramm mit der Einladung, für einen Sommer als Lehrer nach New York
zu kommen, trifft in diese dunkle Zeit als hoffnungsvolles Zeichen -
die Fotos der Reise und des Ankunftstages in New York spiegeln Grosz'
Haltung von offener Neugier, Optimismus und Entdeckerfreude.
Auf dem Ozeandampfer
"New York" beobachtet er mit der Kamera die Mitreisenden und registriert
technische Details. In New York folgt der Betrachter dem Künstler mit
dem Bus und zu Fuß durch die belebten, sonnigen Straßenzüge.
Es ist eine
Euphorie, eine Leichtigkeit in diesen Fotografien, wie man sie sonst
im Werk des Künstlers nicht finden wird.