Sammlung Daimler
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Sonderausstellung

 

George Grosz
Fotografien New York 1932
- Das Auge des Künstlers

Daimler Contemporary
26. Juli - 15. September 2002

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Jahresübersicht

   
 

 


Daimler Award
Jane Alexander

   
 

Vorankündigung

Aus Berlin bricht George Grosz (eigtl. Georg Ehrenfried Gross, Berlin 26.7.1893 - Berlin 6.7.1959) am 26. Mai 1932 zu seiner ersten Amerikareise auf - Berlin ist im Sommer 2002 der Schauplatz der ersten Präsentation von 60 Fotografien, die die Reise des Künstlers und seine Ankunft in der Kapitale der Neuen Welt dokumentieren, wo Grosz am 3. Juni 1932 eintrifft.

 

   
   

© Nachlass George Grosz

   
 

Zehn der Fotografien waren 1977 als Portefolio in Amerika erschienen. Aufgrund der Recherchen von Ralph Jentsch, Nachlaßverwalter und Bearbeiter des Oeuvrekataloges von Grosz, kamen 1994 die insgesamt 200 erhaltenen Kontaktabzüge zutage, jedoch konnten bis heute die Negative nicht aufgefunden werden. Mittels spezieller fototechnischer Verfahren war es möglich, von 60 ausgewählten Arbeiten Abzüge in Vintage-Qualität zu fertigen, die nun von Berlin aus auf Tournee gehen (auf die Berliner Premiere folgen Ulm, Oldenburg und Paris; anschließend weitere Stationen in Europa und den USA).

Zur Ausstellung erscheint eine von Ralph Jentsch bearbeitete, umfangreiche Buchpublikation.

Im Daimler Contemporary trifft die Ausstellung "George Grosz. Fotografien New York 1932 - Das Auge des Künstlers" auf die parallele Präsentation einer aktuellen Position eines dezidiert politischen Realismus: die 1959 geborene südafrikanische Bildhauerin Jane Alexander, Preisträgerin des Daimler Award for Southafrican Sculpture 2002, wird in ihrer ersten europäischen Einzelausstellung vorgestellt.

Von Futurismus und Dada herkommend tritt George Grosz in der Weimarer Republik als schonungsloser Zeitkritiker auf. Im Stil beissender politischer Karikaturen geißelt er Militarismus, Kapitalismus und den aufkommenden Nationalsozialismus, die abgründige Moral des Klerus und die Verfallsformen der Großstadtbourgeoisie. Seine Darstellung des gekreuzigten Christus mit Gasmaske ("Hintergrund", 1924) verwickelt ihn in einen über Jahre sich hinziehenden Gotteslästerungs-Prozess.

Das 1932 eintreffende Telegramm der Art Students League of New York mit der Einladung, für einen Sommer als Lehrer nach New York zu kommen, trifft in diese dunkle Zeit als hoffnungsvolles Zeichen - die Fotos der Reise und des Ankunftstages in New York spiegeln Grosz' Haltung von offener Neugier, Optimismus und Entdeckerfreude.
Auf dem Ozeandampfer "New York" beobachtet er mit der Kamera die Mitreisenden und registriert technische Details.

   
   

© Nachlass George Grosz

   

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In New York folgt der Betrachter dem Künstler mit dem Bus und zu Fuß durch die belebten, sonnigen Straßenzüge. Fasziniert richtet sich das ‚Kamera-Auge' des Künstlers auf die spiegelnden Oberflächen der amerikanischen Straßenkreuzer, die von der 57ten Straße bis zum Broadway eine endlose Kette zu bilden scheinen, ebenso auf die eleganten Fassaden und Schaufenster entlang der Avenuen und auf die Menschenmengen am Herold Square.

Es ist eine Euphorie, eine Leichtigkeit in diesen Fotografien, wie man sie sonst im Werk des Künstlers nicht finden wird. Grosz eröffnet in New York eine Malschule, kehrt im Oktober noch einmal für einige Monate nach Deutschland zurück, bevor er am 12. Januar 1933 erneut sich einschifft, um sich endgültig in New York niederzulassen.

Als einziger Regimegegner von 553 sofort namentlich erfassten Personen des öffentlichen Lebens wird Grosz am 8. März, zehn Tage nach dem Reichstagsbrand, in Nazideutschland ausgebürgert. Seine Frau und die Söhne Peter und Martin können ihm im Oktober 1933 nach New York folgen.

Führungen und Vortrag