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Zum Werk von Jane Alexander
Angenommen,
man sähe das Werk von Jane Alexander zum ersten Mal, mit den Augen des
an westlicher Kunst geschulten Betrachters, und nicht wissend, dass
die Künstlerin südafrikanischer Herkunft ist?
Da ist dann zunächst eine verstörende Fremdheit, eine schockierende
Faktizität, die sich so gar nicht mit der distanzierten Kühle der sogenannten
‚Weltsprache' Abstraktion und einem dem Zeitgeist geschuldeten Crossover
in Verbindung bringen lässt. Zugleich aber, gewissermaßen aus vorbewußten
Tiefen aufsteigend, öffnet sich eine künstlerische Welt, die von Hieronymus
Bosch über Max Ernst zu Edward Kienholz und weiter bis in die Gegenwart,
etwa zu Paul McCarthy oder Sarah Lucas, führt. Ein westlich geprägtes
‚Musée Imaginaire' des Abgründigen und eine Welt, welche die psychischen
Deformationen am gesellschaftlichen Körper in Bilder fasst, die den
Menschen in extremen Zuständen metamorphotischer Verwandlung zeigen.
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Jane
Alexander: african adventure

Jane
Alexander: man with TV
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Diese
‚Vorgeschichte' bringen wir ein in die Begegnung mit der südafrikanischen
Künstlerin Jane Alexander.
Ihr Werk spiegelt unnachsichtig und unsentimental, gleichsam mit bloßem,
lidlosem Auge eine Gegenwart, die durchdrungen und entstellt ist von einer
Geschichte, die dem Menschen sein Persönlichstes, sein Authentisches systematisch
entreißt.
Viele
Figuren tragen Tiermasken, wodurch sie keiner Rasse mehr angehören, sondern
sich nach Gattungen ordnen: Geschichte und Aktualität der Rassendiskriminierung
verschmelzen mit Momenten des Okkulten, Magischen und Rituellen. Manche
der Figuren von Jane Alexander tragen eine Augenbinde oder schauen mit
Tieraugen in eine unbegreifliche Welt - für Blinde und Tiere sind Weiß
und Schwarz keine Kategorien, die ihr Bewußtsein bestimmen. So scheint
in der Deformation ein utopisches Moment auf.
Wer
in die Bildwelt von Jane Alexander eindringt wird sehen, dass die ikonographische
Lektüre tief in die politische und historische Problematik des afrikanischen
Kontinents hineinführt. Sie verklammert sich mit der persönlichen Wahrnehmung
der Künstlerin und führt - gleichsam in einem großen Bogen - wieder heraus
in eine Bild- und Zeichenwelt, die Menschen unterschiedlichster kultureller
Prägung offen ist.
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