Sammlung Daimler
English     
Contemporary - Profil und Übersicht
Ausstellungen nach Termin
Die Sammlung: Profil und Aktivitäten
Skulpturenrundgang am Potsdamer Platz Publikationen

Daimler Award
for South African Sculpture 2002

 

Jane Alexander
Skulpturen, Collagen

Daimler Contemporary

26. Juli - 15. September 2002

Kontakt
Pressematerial

Jahresübersicht

   
 


Vorwort

Jürgen E. Schrempp
Vorsitzender des Vorstandes
DaimlerAG


Sonderausstellung
George
Grosz

   
 


Zum Werk von Jane Alexander

Angenommen, man sähe das Werk von Jane Alexander zum ersten Mal, mit den Augen des an westlicher Kunst geschulten Betrachters, und nicht wissend, dass die Künstlerin südafrikanischer Herkunft ist?
Da ist dann zunächst eine verstörende Fremdheit, eine schockierende Faktizität, die sich so gar nicht mit der distanzierten Kühle der sogenannten ‚Weltsprache' Abstraktion und einem dem Zeitgeist geschuldeten Crossover in Verbindung bringen lässt. Zugleich aber, gewissermaßen aus vorbewußten Tiefen aufsteigend, öffnet sich eine künstlerische Welt, die von Hieronymus Bosch über Max Ernst zu Edward Kienholz und weiter bis in die Gegenwart, etwa zu Paul McCarthy oder Sarah Lucas, führt. Ein westlich geprägtes ‚Musée Imaginaire' des Abgründigen und eine Welt, welche die psychischen Deformationen am gesellschaftlichen Körper in Bilder fasst, die den Menschen in extremen Zuständen metamorphotischer Verwandlung zeigen.
 

   
   



Jane Alexander: african adventure


Jane Alexander: man with TV

Diese ‚Vorgeschichte' bringen wir ein in die Begegnung mit der südafrikanischen Künstlerin Jane Alexander.
Ihr Werk spiegelt unnachsichtig und unsentimental, gleichsam mit bloßem, lidlosem Auge eine Gegenwart, die durchdrungen und entstellt ist von einer Geschichte, die dem Menschen sein Persönlichstes, sein Authentisches systematisch entreißt.

Viele Figuren tragen Tiermasken, wodurch sie keiner Rasse mehr angehören, sondern sich nach Gattungen ordnen: Geschichte und Aktualität der Rassendiskriminierung verschmelzen mit Momenten des Okkulten, Magischen und Rituellen. Manche der Figuren von Jane Alexander tragen eine Augenbinde oder schauen mit Tieraugen in eine unbegreifliche Welt - für Blinde und Tiere sind Weiß und Schwarz keine Kategorien, die ihr Bewußtsein bestimmen. So scheint in der Deformation ein utopisches Moment auf.

Wer in die Bildwelt von Jane Alexander eindringt wird sehen, dass die ikonographische Lektüre tief in die politische und historische Problematik des afrikanischen Kontinents hineinführt. Sie verklammert sich mit der persönlichen Wahrnehmung der Künstlerin und führt - gleichsam in einem großen Bogen - wieder heraus in eine Bild- und Zeichenwelt, die Menschen unterschiedlichster kultureller Prägung offen ist.


website Daimler:
weitere Informationen
zum Daimler Award

Preisverleihung an Jane Alexander

Führungen und Vortrag

Seitenanfang