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Minimalism and After

 

Februar 2002
Neuerwerbungen

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Eckhard Schene
   
   
   


Eckhard Schene
1941-1975 in Kiel/ D

Trophy 9/71
1971 Holz, Kunstharz, PVC, 100 x 100 x 30 cm

In den 60er Jahren setzte sich in Europa die Minimal Art, und in der Folge der Akzent auf dem plastischen Arbeiten, immer stärker durch. Wie damals bei Künstlern nicht selten, gab auch Eckhard Schene die Malerei zugunsten der Plastik auf, um die räumliche Kraft seiner Werke zu prüfen, eine Synthese von Raum, Licht, Volumen, Körper und Bewegung zu schaffen. Es entstanden Wandplastiken, deren Holzkörper bereits eigenständige plastische Arbeiten waren und an die "specific objects" Donald Judds erinnerten, während die Luftkissen dem Antiformcharakter Robert Morris entsprächen.

Die einzelnen Teile von Trophy 9/71 wurden industriell gefertigt und von einem Handwerksbetrieb nach Schenes Vorgaben weiterbearbeitet. Das PVC läßt Lichtspiegelungen der äußeren Umgebung zu, gibt den Blick auf den umschlossenen Innenraum sowie den dahinter liegenden Körper frei.
Durch Veränderung der Luftmenge kann der Künstler auf vorgegebene äußere Bedingungen wie Licht, Farben oder Umgebung reagieren, aber auch persönliche Stimmungen visualisieren. Den pneumatischen Körpern fehlt jedoch die Stabilität und visuelle Klarheit der Holzplastik.

Die massiv wirkenden Quadrate streben in den Raum hinein, gliedern und rhythmisieren ihn, lassen aber eine weitere Ausdehnung der Kissen nicht zu. Die amorphen Formen der Kissen dagegen lockern die starre Komposition auf und variieren in Form und Festigkeit.

Trophy III/69,
1969 2 Teile, Holz, Kunstharz, 192 x 140 x 30 cm

1969 vollzog Eckehard Schene, der sich lange für Zero interessiert hatte, mit Trophy III/69 den Schritt zur Minimal Art endgültig. Das Objekt besteht aus zwei langstreckten Körpern unterschiedlicher Größe, die mit ihren abgeschrägten Schmalseiten an die Wand gelehnt sind.
Die durch eine angeschrägte Kante verstärkte, verkürzte Perspektive läßt einen dynamischen Zug entstehen. Zugleich beschreibt die Plastik durch ihre Aufstellung einen dreieckigen Raum zwischen Wand, Boden und Skulptur.
Die flächigen Vorderseiten vermitteln den Anschein, die Hauptansicht zu sein, während die Schräge des Objekts eher die Seitenansicht als Betrachterstandpunkt vermuten läßt.
Dadurch bezog Schene das Bewegungsmoment des Betrachters ein und erweiterte die räumliche Wirkung seiner Objekte durch die vierte Dimension, die Zeit. Er wollte, daß sich der Betrachter vor seiner Arbeit bewegt, um sie vollständig zu erfassen.

Trophy III/69 macht Schenes Bestreben deutlich, seine Objekte von der Wand zu lösen und in den Raum eingreifen zu lassen. Ihre Form, ihre Beziehung zur Architektur und ihre kalkulierte Wirkung greifen in vorgegebene räumliche Verhältnisse ein, setzen die für die Minimal Art wesentliche Prämisse von "place and presence" um. Das große Format der Arbeit täuscht Übersichtlichkeit vor, irritiert jedoch durch den Verzicht auf einen eindeutigen Betrachterstandpunkt. Zugleich zwingt dies den Rezipienten, die unterschiedlichen Aspekte der Arbeit zu erforschen.

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Veranstaltungstermine Künstlergespräche und Lesungen

Führungen jeweils Mittwoch, 18 Uhr; Gruppen nach telefonischer Vereinbarung