
Gerold Miller
*1961 in Altshausen/D
hard:edged 29
2001 Aluminium, Lack, 260 x 285 x 10
cm, Verso sign.
Gerold Miller widmet
sich der Frage von Bildlichkeit im Grenzbereich von Skulptur, plastischem
Objekt, umgrenzter Wandfläche und skulptural-bildhaft definiertem Raum
als Bildträger. Hard:edged adaptiert den Namen der minimalistischen
"hard edge" Malerei mit Vertretern wie Ellsworth Kelly, die in ihren
Gemälden äußerste formale Ökonomie, Perfektion des Farbauftrags und
volle Leuchtkraft der Farben suchten.
Millers Arbeiten
entstehen aus einem nicht mehr weiter reduzierbaren Einsatz von Form
und Farbe. Referenzlos sind sie weder Anspielungen auf etwas, noch lösen
sie Assoziationen aus. Dennoch befassen sie sich explizit mit Fragen
der Bildlichkeit. Sie erfüllen diese Kriterien in einem konzeptuellen
Sinn, der bereits die Idee als Werk versteht. Der Betrachter erhält
vom Künstler außer den 'Rahmenbedingungen' nichts Greifbares, das ihm
zur Bildfindung dienen kann.
Für Miller übernehmen
die hard:edged Arbeiten eine weitere Funktion. So wie sie Raum ausgrenzen,
definieren sie ein isoliertes Zentrum und bezeichnen in der visuellen
Vielfalt ein eigenes räumliches wie zeitliches Territorium. Sie focussieren
offene Räume, wie man sie in Berlin noch oft sieht: Brachland, weder
geordnet, strukturiert noch 'kultiviert', das aber inmitten einer realen
Urbanität liegt. Hard:edged setzt Zäsuren, indem es kulturelle Freiräume
oder Leerstellen kennzeichnet und sie als visuelle sowie mentale Räume
auszeichnet, in denen Projektionen möglich sind, ohne daß sie realisiert
werden müssen.
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