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Minimalism
and After
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Februar
2002
Neuerwerbungen
John
M Armleder, Douwe Jan Bakker, Greg Bogin, Andre Cadere, Martin Gerwers,
Jean-Luc Manz, Gerold Miller, Jonathan Monk, Sarah Morris, Olivier Mosset,
John Nixon, Robert Ryman, Eckhard Schene, Jan J. Schoonhoven, Elaine
Sturtevant, Jan van der Ploeg, Heimo Zobernig
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Daimler Contemporary
8. Februar - 20. Mai 2002
Kontakt
Jahresübersicht
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Veranstaltungen
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Minimal
Art - der Name der historischen Bewegung verbindet sich mit einigen
wenigen Künstlernamen, die Anfang der 60er Jahre in Amerika an einer
Neudefinition des Kunstwerkes in seinem Verhältnis
zum Raum wie zum Betrachter arbeiten.
"Minimalismus"
als Gesamtphänomen
Die
objektiv beschreibbaren Strukturen und Proportionen, die elementaren
Formen und seriellen Reihungen, die industriellen Materialien und Produktionsformen
der Minimal Art argumentieren konsequent gegen das informelle 'Allover'
und die subjektiven Malgesten der 50er Jahre. Non-relational,
systematisch, unhierarchisch und antikompositionell sind die
Stichworte der Zeit.
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Zeitgleich
entwickelt sich der "Minimalismus" als Gesamtphänomen,
das neben Malerei und Skulptur parallele Entwicklungen in Musik und Tanz
umfaßt. Die Diskussion der Minimal Art wie des Minimalismus ist seither
nicht abgebrochen. Davon zeugen neueste Publikationen (James Meyer, Anne
Rorimer) sowie diverse Ausstellungen, welche die enorme Wirkungsgeschichte
des Minimalismus bis in die unmittelbare Gegenwart hinein zu verfolgen
(Minimalisms, Berlin 1998; Minimal Maximal, Bremen u.a. 1998/99; Minimalia,
New York 1999; Minimal Art, Karlsruhe 2001)
Minimalism
and after - der Titel unserer Ausstellung mit Neuerwerbungen für die
Daimler Kunst Sammlung zeigt zweierlei an.
Minimalism:
die
Künstler unserer Ausstellung zeigen ein breites
Spektrum minimalistischer Tendenzen von etwa 1960 bis heute.
Ablesbar werden die verschiedenen Formen der künstlerischen
Aufarbeitung der Minimal Art über die Jahrzehnte und Generationen hinweg,
von den 1965 beginnenden, konzeptuellen Stella-Nacharbeitungen Elaine
Sturtevants über die Bildobjekte eines Olivier
Mosset der 70er/80er Jahre und den scheinbar funktionalen - 'specific
objects' eines Heimo Zobernig bis zu den
neuen modularen Wandskulpturen Gerold Millers,
den Wandmalereien Jan van der Ploegs und
Jonathan Monks ironisch-kritischen Übertragungen
des Formen- und Motivkanons Sol LeWitts.
europäische
Spiegelungen und Brechungen
Dem
an die Seite gestellt sind innerhalb unserer Neuerwerbungen frühe europäische
Spiegelungen und Brechungen der konzeptuell geprägten
Facette des Minimalismus. So möchten wir vorschlagen, die seriellen
Rasterzeichnungen eines Jan Schoonhoven aus
den frühen 60er Jahren, die üblicherweise der Zero-Bewegung zugerechnet
werden, aus der Perspektive des parallel entstehenden
Formen- und Zeichnungsvokabulars eines Sol LeWitt neu zu lesen.
Die Einbeziehung von Raum, Betrachter und Handlungsaspekten
sowie die Betonung von "place and presence" der
Minimal Art findet eine partisanenhaft in den Kunstkontext eingeschleuste
Antwort im Werk Andre Caderes. Eine wirkliche
Entdeckung schließlich sind die minimalistischen Objektkästen des Niederländers
Douwe Jan Bakker (der ein schmales, aber hochrangiges Oeuvre
hinterlassen hat) sowie die Skulpturen des jung verstorbenen Kieler
Künstlers Eckhard Schene.
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Eine 'Brückenfunktion' zwischen den individuell sehr unterschiedlichen
Positionen mag dem 1969 entstandenen Bild Robert
Rymans zukommen: sein Werk steht seit mehr als vier Jahrzehnten
für den Versuch einer konsequenten Reduktion und Reflexion der bildnerischen
Mittel bei gleichzeitiger Ausweitung und Differenzierung der Frage,
in welcher Beziehung das Bild zum Raum, zum Betrachter und zu sich selbst
steht. "Was das Gemälde ist, ist genau das, was man sieht: die Farbe
auf der Pappe und die Farbe der Pappe und die Weise, auf die es gemacht
ist und gefühlt wird. Das ist es, was da ist." (Robert Ryman, 1971).
And
after:
der
Akzent aber liegt auf jungen internationalen Künstlerinnen
und Künstlern, deren Werk wesentlich unter dem Gesichtspunkt der Wirkungsgeschichte
der Minimal Art zu verstehen ist, wobei auch konstruktivistische
Tendenzen und konzeptuelle Strategien hineinspielen. Entsprechend dem
Charakter der Daimler Kunst Sammlung, haben wir uns
auf Bildwerke konzentriert (während die historische Minimal Art
die Skulptur fokussierte), die zentrale Kriterien des Minimalismus aus
heutiger Sicht reflektieren: die skulpturhafte
Präsenz des Bildobjekts, kühl-geometrische
Strukturen, intuitiv erfahrbare Ordnungen und Proportionen, Raum- und
Betrachterbezogene Werkinszenierungen, die alles Symbolische und Narrative
zurückweisen. Gleichwohl gründen die Werke in
individuellen Argumentationszusammenhängen, seien diese politischer,
formaler, kunstreflexiver oder rein ästhetischer Natur. Aber die 'Argumente'
treten zurück hinter der schlichten Wahrnehmungswirklichkeit des Objekts,
hinter plane Farbflächen und modulare Strukturen, hinter 'Grids, Shapes
and Colors'.
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