
Andre Cadere
*1934 - 1978 in Paris/F
Barre de Bois Ronde,
1974; 3 Farben, 21 Segmente, schwarz,
weiß, rot, Holz, Industrielack, 63,5 x 2,8 cm, Zertifikat
Andre Cadere hinterließ
ein Werk von etwa 180 Barres de Bois unterschiedlicher Länge. Die Barres
de Bois bestehen aus in verschiedenen Farben bemalten, gleich großen
Holzsegmenten, deren Länge immer ihrem Radius entspricht. Die einzelnen
Segmente wurden von Hand gefertigt, durchbohrt, bemalt und aneinander
gesteckt. Dabei verfuhr Cadere nach einem selbst entwickelten 'permutation'
genannten numerischen Ordnungssystem, das Fehler als Geheimcode beinhaltete.
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Cadere
entwickelte 1970 den Barre de Bois als ein mobiles Kunstwerk,
das er überall hin mitnehmen und jederzeit an jedem beliebigen
Platz einsetzen konnte. Sie legitimieren sich als Kunstwerk
durch ihr Positionieren im Kunstkontext und können ihm genauso
wieder entzogen werden.
Mit
seinen Stäben reiste er quer durch Europa und nach New York,
wo er bei Vernissagen ihm nahestehender Künstler wie Robert
Ryman und Barnett Newman oder auf Biennalen, eingeladen wie
uneingeladen und zumeist unerwünscht, auftauchte. Die Barres
de Bois behielt er dabei entweder wie einen Wanderstab in der
Hand oder er stellte ihn an einem sorgsam gewählten Ort ab.
Trotz der Einfachheit der eingesetzten Mittel entwickelte der
Stab dabei eine so starke Präsenz, daß er ein eigenes, unübersehbares
Territorium markierte und in die Ausstellung intervenierte.
Cadere wollte durch seine Interventionen bewußt stören und dadurch
Diskussionen über das System der Kunst in Gang setzen, das er
als repräsentativ für andere gesellschaftliche Systeme ansah.
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