Sammlung Daimler
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Contemporary - Profil und Übersicht
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New Zero

 

Aus der Sammlung
Castellani, Geiger, Mavignier, Megert, Morellet, Yvarall
Neuerwerbungen I
Dadamaino, Hendrikse, Peeters, Raysse, Soto, Tinguely, Verheyen
Neuerwerbungen II
Fleury, Reiter Raabe, Westerwinter, Zobernig
Sonderausstellung
Piero Manzoni, John Nixon:
Die Werke aus Herning / DK

Daimler Contemporary


7.April
bis 10. Juni 2001

Kontakt  Jahresübersicht

   
   

 

     
   
Henk Peeters
Weiße Federn, 1962
Martial Raysse
Peinture lumière, o.J. (ca. 1965)
Jean Tinguely
Do-it-yourself-sculpture, 1961
Jesus Rafael Soto
Vibration, 1962
Jef Verheyen
Espace (grün). 1963

 Dynamische Künstlergemeinschaft

ZERO - das ist in der europäischen Nachkriegskunst der Countdown zu einer neuen Lebensnähe, Technikbegeisterung und Experimentierlust der Kunst. Der Name steht paradigmatisch für die Überwindung von Kubismus, Konstruktivismus, Informel, Action-Painting etc. und für den gelungenen Versuch, die blutleer gewordenen Stilkategorien durch das teamwork einer lebendigen, dynamischem sich wandelnden Künstlergemeinschaft zu ersetzen.

 Wesentliche Grundüberlegungen

Die Künstler der internationalen Zero-Bewegung entwickeln je individuelle Werkbegriffe und Produktionsstrategien, sie stimmen aber zugleich in wesentlichen Grundüberlegungen überein:

Monochromie und Serialität, Licht und Bewegung, Entwicklung von Arbeiten für Räume, Plätze und Städte, Gewinnung einer neuen Einheit von Natur, Mensch und Technik.Im Umfeld der Zero-Avantgarde wurden künstlerische Begriffe und Haltungen definiert, die nicht nur für die Kunstentwicklung der 60er Jahre von größter Bedeutung sein sollten, sondern auch für die Gegenwartskunst noch brisanten Stoff für Reflexion und Reaktion bieten.

 Nicht ,museal' gedachte Arbeiten

NEW ZERO - der Titel unserer Ausstellung zeigt an, dass zum einen ein neuer Blick auf einige Aspekte der historischen Zero-Bewegung und die Entwicklung der 60er Jahre geworfen werden soll. Den historischen Geist lassen vor allem die Neuerwerbungen eher kleinformatiger, explizit nicht ,museal' gedachter Arbeiten von Jan Henderikse, Henk Peeters, Martial Raysse, Jesús Rafael Soto, Jean Tinguely und Jef Verheyen erfahrbar werden. Diese Werke konnten alle aus der Sammlung von Henk Peeters erworben werden, eine der wenigen orginären, bedeutenden Zero-Sammlungen.

 Repräsentative Beispiele

Von der italienischen Künstlerin Dadamaino wurden auf Raumwirkung konzipierte Zeichnungen der 70er / 90er Jahre erworben, da diese den frühen Zero-Geist authentisch vergegenwärtigen.

Repräsentative Beispiele der europäischen Zero-Kunst stellen die bereits früher für die Daimler Kunst Sammlung erworbenen Werke dar von Enrico Castellani, Rupprecht Geiger, Almir Mavignier, Christian Megert, François Morellet und Yvaral, dem Sohn Victor Vasarelys.

 


NEW ZERO

NEW ZERO - der Titel zeigt aber auch an, dass zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler sich in vielfältiger Weise auf die Zero-Avantgarde um 1960 beziehen, dass sie hier Materialdefinitionen, Werkauffassungen und ein undogmatisches, nichthierarchisches künstlerisches Selbstverständnis vorformuliert finden, das auch heute noch Stoff für Auseinandersetzung und Positionsbestimmung bietet.

kunsthistorische Rezeption

Mit Sylvie Fleury, Andreas Reiter Raabe, Simone Westerwinter und Heimo Zobernig haben wir uns dabei auf Künstler / innen der Generation um 1960 konzentriert, die in unserer Auswahl wesentlich im Bild-Kontext argumentieren. Wichtig ist für alle, dass sie sich nicht eigentlich auf einzelne Werke der Vorläufer beziehen, sondern auf deren kunsthistorische Rezeption, auf den Hauch des ,Auratischen', des ,Revolutionären', der in historischen Manifesten und in Texten über diese Künstler häufig beschworen wird.

   

 

Piero Manzoni,
John Nixon:
Die Werke aus Herning / DK


Setzungen der historischen Avantgarde

Die Reformulierungen von Fleury bis Zobernig zielen darauf, die Absolutheit des Anspruchs (des Werkes / des Künstlers) zurückzuweisen, um auf diesem Wege das Maß zu finden, mit dem wir die künstlerischen Setzungen der historischen Avantgarden achten können.

Piero Manzoni - John Nixon

Pars pro Toto für die Intensität und Intellektualität dieser Dialoge steht die Sonderausstellung "Piero Manzoni - John Nixon. Die Werke aus Herning / DK". Der australische Konzeptkünstler Nixon hat rund zwanzig Werke des ,Achromisten' Manzoni ausgewählt, auf die er - individuell argumentierend - mit orange monochromen Arbeiten seines "Experimental Painting Workshop" (EPW) antwortet.

Sein Credo, das zugleich für die Ausstellung NEW ZERO insgesamt Gültigkeit hat, lautet: "Radikale Moderne (historische Avantgarde) ist ein unbeendbares Projekt, das das Verlangen nach Experiment und die Geschichte dieses Experiments darstellt. Mein Interesse ist nicht so sehr eine Rückkehr zur Geschichte als eine Entwicklung dieser Geschichte. Ich sehe meine Arbeit als eine Fortführung des Projekts der radikalen Moderne."

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